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Editorial
Sie haben keine Stimme – und sind doch so viele: Migranten in Mexiko. Laut Experten befindet sich hier eine halbe Million Menschen auf der Flucht – jedes Jahr. Die meisten stammen aus dem Süden, aus dem Armenhaus Zentralamerika, vor allem aus den Ländern Honduras, Guatemala, El Salvador.
Sie fliehen vor Hunger, Diskriminierung und brutaler Bandenkriminalität. Sie hoffen auf etwas Wohlstand, Sicherheit und ein besseres Leben im Norden. Am besten in den USA. Wie sie auf den Fluchtrouten ausgebeutet, festgesetzt oder abgeschoben werden – das findet in der mexikanischen Öffentlichkeit kaum Gehör. Das Thema Migration im mexikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2018: nur eine Randnotiz.
Aber Mexiko ist nicht nur ein Transitland, es ist auch ein Ankunftsland für alle, die es nicht in die USA schaffen, nicht abgeschoben werden und bleiben. Oder zuletzt für Venezolaner, die ihrem autoritären Mangelstaat bewusst entfliehen.
Und Mexiko ist ein Rückkehrland. Für all die Mexikaner auf der Suche nach dem amerikanischen Traum in den USA, die nicht erst seit Trump abgeschoben werden. Oder für diejenigen, die freiwillig zurückkehren, weil ihre Träume längst ausgeträumt sind. Auch sie haben in Mexiko keine Lobby.
Auf dieser Webseite LOS SIN VOZ (Die ohne Stimme) wollen wir zumindest einigen dieser Menschen eine Stimme verleihen. Sechs deutsch-mexikanische Journalistenteams sind von Süd- über Zentral-Mexiko bis nach Texas gereist, um Geschichten zu Flucht, Vertreibung und der Hoffnung auf ein Zuhause zu erzählen.
Es sind Momentaufnahmen eines Themas, das nicht nur Mexiko, sondern Gesellschaften weltweit vor große Herausforderungen stellt.
Hans-Hartwig Blomeier
Konrad-Adenauer-Stiftung
Mexiko
Maria Grunwald
Journalisten-Akademie
Konrad-Adenauer-Stiftung